Zoomobjektive mit konstanter Lichtstärke

Es gibt Zoom­ob­jek­ti­ve mit kon­stan­ter Licht­stär­ke, und wel­che, mit sich über den Zoom­be­reich ver­än­dern­der Licht­stär­ke. Um kon­kret Ver­glei­chen zu kön­nen, müs­sen bei­de Objek­ti­ve den sel­ben Brenn­wei­ten­be­reich auf­wei­sen. Des­halb habe ich als Bei­spiel das NIKKOR 24–120mm 1:3,5–5,6G (links) und das NIKKOR 24–120mm 1:4G (rechts) genom­men.

NIKKOR 24-120 mm 1:3,5-5,6G
Bei güns­ti­gen Zoom­ob­jek­ti­ven, wird die Brenn­wei­ten­ver­än­de­rung über eine Aus­zugs­ver­län­ge­rung erzeugt. Dabei wird die gesam­te Optik nach vorn gezo­gen und so der Bild­aus­schnitt ver­grö­ßert. Die Blen­de wird dabei nur optisch klei­ner, weil sie wei­ter weg ist. Die tat­säch­li­che Blen­den­öff­nung ändert sich nicht.

Es gilt: Blen­de = Brennweite/​Öffnung.

Also je län­ger der Aus­zug, des­to mehr Licht geht ver­lo­ren.

NIKKOR 24-120 mm 1:4G
Zoom­ob­jek­ti­ve mit kon­stan­ter Licht­stär­ke sind teu­rer, da die Kon­struk­ti­on auf­wän­di­ger ist.

Zur Brenn­wei­ten­ver­än­de­rung wer­den hier Lin­sen­grup­pen zuein­an­der ver­scho­ben. Dadurch geht weni­ger Licht beim Zoo­men ver­lo­ren. Die Kon­struk­ti­on macht es außer­dem mög­lich, grö­ße­re Lin­sen zu ver­wen­den, wodurch mehr Licht ins Objek­tiv und zum Sen­sor gelangt. Die­se bei­den Tat­sa­chen machen das Objek­tiv licht­stär­ker.

Wie links erwähnt, ist in der Foto­gra­fie die Blen­de das Ver­hält­nis von Brenn­wei­te zu Öff­nung. Vor­aus­ge­setzt die Blen­de bleibt kon­stant, muss sich bei Ver­dopp­lung der Brenn­wei­te auch die Öff­nung ver­dop­peln. Zwar wird bei teu­re­ren Objek­ti­ven meist eine grö­ße­re Front­lin­se ver­baut, das reicht jedoch nicht für Brenn­wei­ten­ver­län­ge­run­gen in so gro­ßem Stil. Folg­lich muss die Blen­de klei­ner wer­den. Die größt­mög­li­che Blen­den­öff­nung bei maxi­ma­ler Brenn­wei­te wird vom Her­stel­ler als Maß genom­men und für die kür­ze­ren Brenn­wei­ten auf genau die­sen begrenzt.

Theo­re­tisch haben die­se Objek­ti­ve also bei Brenn­wei­ten unter der Maxi­mal­brenn­wei­te eine höhe­re Licht­stär­ke als angegeben/​einstellbar. Jedoch wird zur bes­se­ren Kon­trol­lier­bar­keit der Schärfen­tie­fe die­se nicht aus­ge­nutzt und ent­spre­chend begrenzt. Außer­dem müss­te die Blen­de beim Zoo­men tat­säch­lich ihre Öff­nungs­grö­ße ändern, wodurch “Sprün­ge” von Licht­stär­ke und Schärfen­tie­fe beim Zoo­men fest­stell­bar wären.