Norddeutschland vs. Süddeutschland

Bevor ich vor einem hal­ben Jahr nach Mün­chen gezo­gen bin, habe ich sechs Jah­re in Roten­burg (Wüm­me) gewohnt. Wenn mich hier jemand fragt, wo ich vor­her gewohnt habe, sage ich immer “zwi­schen Bre­men und Ham­burg”, da sonst die meis­ten an den Kan­ni­ba­len von Roten­burg (Ful­da) dach­ten. Eine eher ungüns­ti­ge Asso­zia­ti­on. Zwi­schen Bre­men und Ham­burg trifft es aber ganz gut, weil ich regel­mä­ßig in bei­den Städ­ten unter­wegs war.

In mei­ner Zeit hier in Mün­chen sind mir Unter­schie­de auf­ge­fal­len, die anders sind als man viel­leicht ver­mu­ten mag. Vie­le Nord­deut­sche haben den­ken vom Bay­ern, dass er spie­ßig sei. Das Gegen­teil ist der Fall. Die Leu­te sind, nicht zuletzt durch die Bier­gär­ten, gesel­li­ger und mit Sicher­heit eben so freund­lich wie in Ham­burg! Hier fin­det man sehr schnell Freun­de. Alle Mün­che­ner mit denen ich gespro­chen habe, und das sind nicht weni­ge, den­ken übri­gens posi­tiv über Nord­deutsch­land, vor allem über Ham­burg!

Nun aber mei­ne Ein­drü­cke von Ham­burg und Mün­chen im Ver­gleich:

Der Größ­te Trumpf von Ham­burg ist, dass es dicht an Nord und Ost­see liegt und mit der Elbe ein mäch­ti­ger Fluss durch Ham­bur­ger Gelän­de fließt. Dar­aus fol­gen die lecke­ren Fische, die fri­sche See­luft und der gro­ße Hafen. Klar, die Nord- und Ost­see­inseln sowie Küs­ten­re­gio­nen, wie der berühm­te Tim­men­dor­fer Strand, sind für einen kur­zen Strand­ur­laub oder zum Sur­fen bes­tens geeig­net. Lei­der hat so ein Meer auch einen Nach­teil: Und zwar das wech­sel­haf­te Wet­ter mit Stan­dard-Bewöl­kung. Trotz­dem muss ich zuge­ben, dass mein Traum-Wohn­ort irgend­wo am Meer liegt; Ber­ge müs­sen nicht unbe­dingt sein.
Neben den geo­gra­phi­schen Gege­ben­hei­ten bie­tet Ham­burg natür­lich auch eine schö­ne Innen­stadt: Die Als­ter ist wun­der­bar zum Segeln oder zum drum her­um Jog­gen, die Möncke­berg­stra­ße super zum shop­pen und an der Schan­ze kann man gut und güns­tig essen gehen. Nachts geht die Par­ty auf der Ree­per­bahn, und am Wochen­en­de wird in der “Strand­per­le” ent­spannt oder bei Spie­len vom HSV oder St.Pauli mit­ge­fie­bert.

Mün­chen ist in Deutsch­land ja die schi­cke Stadt, und so fühlt man sich auch. Vie­le wun­der­schö­ne gepfleg­te Grün­flä­chen (um nur zwei zu nen­nen: Den Eng­li­schen Gar­ten und den Olym­pia­park), Bier­fla­schen wer­den weg­ge­sam­melt, selbst wenn Abends Müll­ei­mer über­füllt und Papier­fet­zen rum­flie­gen, erwacht mor­gens alles in neu­em Glanz.
In Mün­chen Innen­stadt sind an jeder Ecke Zei­tungs­käs­ten mit Geld­kas­set­te zu fin­den — sowas habe ich bis­her in kei­ner ande­ren Groß­stadt gese­hen. Offen­bar gibt es weni­ge die nicht bezah­len — super so ein gegen­sei­ti­ges Ver­trau­en.
Geni­al fin­de ich Bay­ri­sche Trach­ten. Die sind nicht nur ange­nehm, son­dern geben auch ein Grup­pen­ge­fühl. Es macht ein­fach mords­mä­ßig Stim­mung in einer Run­de mit Leder­ho­se, Mass und Bret­ze im Bier­gar­ten zu sit­zen. Bier ist in Mün­chen auch was ganz ande­res! Es ist als Grund­nah­rungs­mit­tel aner­kannt ;). Hier trinkt jung, alt, Mann und Frau Augus­ti­ner Lager­bier.
Der Stand­ort Mün­chen bie­tet außer­dem viel Abwechs­lung: Ski­fah­ren in den Alpen in einer Drei­vier­tel­stun­de, Gar­da­see, und damit echt Urlaubs­fee­ling, in gut drei Stun­den. Durch die süd­li­che­re Lage, geht die Son­ne in der ers­ten Jah­res­hälf­te abends frü­her unter, bleibt dafür in der zwei­ten Jah­res­hälf­te län­ger am Him­mel. Ein ange­neh­mer Tausch.
Wenn man durch Mün­chens Innen­stadt läuft, bemerkt man, dass die Leu­te schi­cker ange­zo­gen sind. Es kom­men eben typi­sche Süd­stadt-Gefüh­le auf, wie man es teil­wei­se von Mila­no oder Como (am Comersee) in Ita­li­en kennt.
An man­chen Klei­nig­kei­ten merkt man jedoch, dass die Bay­ern sich schon ein biss­chen als eige­nes Völk­chen sehen. Letz­tens hör­te ich im Radio: “Bei einem Anschlag in Afgha­ni­stan wur­den sechs deut­sche Sol­da­ten schwer ver­letzt, ob Bay­ern dabei sind ist noch unklar”. Das grenzt schon an Unhöf­lich­keit.

Ach, und noch was neben­bei: Wenn man einen Aus­län­der fragt, wie er sich einen typi­schen Deut­schen vor­stellt, sagt die­ser fast immer: Bier in der Hand, Leder­ho­se, karier­tes Hemd. Zuver­läs­sig, pünkt­lich und genau. Viel­leicht noch ein klei­ner Schwen­ker zu Adolf — beson­ders wenn man Leu­te in Ame­ri­ka fragt.

Sieht mir nach einer kla­ren Sache aus: Vor­ur­tei­le sind sicher­lich ober­fläch­lich und unge­nau, tref­fen aber bei eini­gen, nicht unbe­dingt weni­gen zu.

Stimmt doch, zumin­dest das mit dem Bier. Prost!

Deutsches Museum Monochrom

Nach dem Daten­fi­as­ko vor zwei Tagen, habe ich mich wirk­lich sehr über die wie­der­her­ge­stell­ten Fotos vom Deut­schen Muse­um gefreut. Die Fotos konn­te ich von mei­ner “for­ma­tier­ten” Spei­cher­kar­te wie­der­her­stel­len, wobei ich neben­bei gelernt habe: Nikon for­ma­tiert nicht wirk­lich. Zum Glück, in die­sem Fall.

Hier noch­mal der Ori­gi­nal­ar­ti­kel zum Deut­schen Muse­um.

Und nun eini­ge der Bil­der, die ich wie­der­her­stel­len konn­te:

Besuch im Deutschen Museum

Vor weni­gen Tagen war ich im Deut­schen Muse­um auf der Muse­ums­in­sel in Mün­chen. Das ist ein wah­res Män­ner-Para­dies, da die Aus­stel­lun­gen gigan­tisch und inter­es­sant auf­ge­baut sind. Schö­ne Frau­en sind zwar nicht The­ma im Muse­um, lau­fen bei dem Aus­maß aber auch her­um. ;)

Ursprüng­lich woll­te ich mei­ne Tour durchs Muse­um schon am Vor­tag machen, doch hat­te ich nicht dar­an gedacht den Akkustand der Kame­ra zu über­prü­fen. Anfän­ger­feh­ler. Mei­ne D90 muss ich aber so der­ma­ßen sel­ten auf­la­den, dass ich es gar nicht gewohnt bin den Akku mehr­mals die Woche auf­zu­la­den. Das wer­de ich nach die­ser Erfah­rung ändern. Trotz­dem habe ich das Gefühl, dass die D90 unglaub­lich genüg­sam im Strom­ver­brauch ist. Nun aber zum Muse­um.

Das Deut­sche Muse­um ist das größ­te und inter­es­san­tes­te Muse­um das ich je gese­hen habe. Eine Viel­zahl von tol­len Aus­stel­lun­gen, Son­der­aus­stel­lun­gen und Vor­füh­run­gen. Um über­haupt ein­mal über­all lang gelau­fen zu sein, braucht man einen hal­ben Tag. Die gro­ßen Dampf­ma­schi­nen und Wind- und Was­ser­rä­der in der Aus­stel­lung “Kraft­ma­schi­nen” waren ein tol­ler Anfang. Die gigan­ti­sche Luft­fahrt­hal­le topp­te die gro­ßen Maschi­nen aber bei wei­tem. Von ers­ten Segel­flug­ver­su­chen bis zu Mari­ne-jets; alles in Echt­grö­ße und, wenn mög­lich, im Ori­gi­nal. Je höher man in der Hal­le kommt, des­to mehr gehts auch um Raum­fahrt — logisch. Ich dach­te das könn­te nicht getoppt wer­den, aber weit gefehlt: Die Aus­stel­lung “Berg­bau” ist in den Kel­ler­ebe­nen des Muse­ums.

Je tie­fer man kommt des­to mehr Unter­ta­ge-fee­ling kommt auf. Der Geruch ändert sich, das Gemäu­er ver­schwin­det irgend­wann und wird zu blan­kem Stein. Die Beleuch­tung ändert sich, es sind viel weni­ger Men­schen unter­wegs. Ich habe mich wirk­lich wie im Berg­bau gefühlt, so per­fekt war das gan­ze insze­niert. Damit man sich in den Gän­gen nicht ver­läuft führt ein Weg durch die gan­ze Aus­stel­lung. Man geht hoch und her­un­ter, und je wei­ter man geht, des­to moder­ner wer­den die ein­ge­setz­ten Maschi­nen. Allein das Berg­werk hat mich bestimmt eine hal­be Stun­de gekos­tet — die es in jedem Fall wert war!
Beson­ders beein­druckt hat mich außer­dem die Hoch­span­nungs­vor­füh­rung, bei der ver­schie­de­ne phy­si­ka­li­sche Phä­no­me­ne, wie der Fara­day­sche Käfig oder Blitz­ab­lei­ter mit künst­lich erzeug­ten Blit­zen getes­tet wur­den. Laut, hell, sehr inter­es­sant.

Ich könn­te noch ewig schrei­ben und schwär­men, doch da zei­ge ich doch lie­ber ein paar Bil­der…

Schlosspark Nymphenburg

Vor ein paar Tagen war ich im Park von Schloss Nym­phen­burg, in Mün­chen. Es däm­mer­te schon, die Schwä­ne und Enten waren gera­de dabei sich zu put­zen und die letz­ten Son­nen­strah­len, die über das Schloss­dach hin­weg schie­nen, zu genie­ßen.

Sowohl das Schloss als auch der Park drum her­um ist dafür, dass es direkt in Mün­chen liegt, rie­sig. Da muss der Bau­herr, Kur­fürst Fer­di­nant, sei­ne Frau schon sehr geliebt haben. Immer­hin ist es sogar eines der größ­ten Konigs­schlös­ser Euro­pas.

Der Abend war wun­der­bar. Mei­ne Beglei­tung und ich hat­ten viel Spaß, das Wet­ter war erst­klas­sig und die Schwä­ne über­ra­schend zutrau­lich. Der Park war sehr gepflegt und nicht von Men­schen­mas­sen über­lau­fen. Ein sehr idyl­li­scher Ort in Mün­chen.

Am meis­ten haben mich jedoch, neben mei­ner Beglei­tung, die Enten und Schwä­ne inter­es­siert. Ich bin es von Schwä­nen gewohnt, dass sie sofort anfan­gen zu fau­chen, wenn man sich ihnen bis auf fünf Meter nähert. Die­se hät­te man wahr­schein­lich strei­cheln kön­nen ;).

Hier ein paar Ein­drü­cke…