Fotografen in Aachen

Ein schö­ner war­mer Som­mer­sams­tag geht dem Ende ent­ge­gen. Heu­te bin ich ein paar Stun­den im nörd­li­chen Teil von Aachen spa­zie­ren gegan­gen, um die Umge­bung zu erkun­den und poten­ti­el­le Shoo­ting-Loca­ti­ons aus­zu­ma­chen. Dabei habe ich, wie auch in den letz­ten Tagen, eini­ge Foto­gra­fen ken­nen­ge­lernt (:

Vor einer Wochen wäh­rend einer Wohungs­be­sich­ti­gung habe ich Bernd Rad­ke ken­nen­ge­lernt. Pro­fes­sio­nel­ler Wer­be­fo­to­graf, sein aktu­el­les Pro­jekt shoo­tet er aber mit einer alten Kame­ra aus dem 19. Jh. Belich­tet wird auf sil­ber­ni­trat­be­schich­te­ten Glas­plat­ten. Er hat schon über 20 Lehr­lin­ge aus­ge­bil­det, lebt aber die Foto­gra­fie. Leu­te, ich muss sagen, dass ich mich viel mehr mit Bernd unter­hal­ten habe als mit dem Ver­mie­ter ;) Soll­te Bernd mal Assis­tenz benö­ti­gen, ste­he ich 5 min spä­ter vor der Tür! Sein Stu­dio soll nun übri­gens in das Zim­mer, das ursprüng­lich zu ver­mie­ten war. Direkt über der Gale­rie 45, einer klei­nen aber fei­nen Kunst­aus­stel­lung in der Lud­wigs­al­lee in Aachen.

Am Diens­tag­abend war ich mit Stu­di­en­kol­le­gen im Apol­lo fei­ern. Auf sol­chen Par­tys lau­fen wie gewohnt auch Event­fo­to­gra­fen rum. Genau den habe ich natür­lich ange­spro­chen und wir haben uns nett über Fotos, Kame­ra, Kun­den und Stu­di­um unter­hal­ten. Ich habe das Gefühl, dass hier in Aachen fast jeder zwi­schen 19 und 27 stu­diert. Sta­tis­tisch sind es 20%, gefühlt viel mehr, da die Kin­der und Omis Abends nicht mehr raus gehen. Ange­nehm so vie­le Stu­den­ten.

Auf mei­ner Tour durch die Park­an­la­ge um und von dem Quel­len­hof, Euro­grass und Casi­no, habe ich dann meh­re­re Braut­paa­re gese­hen, jedoch die beschäf­tig­ten Foto­gra­fen nicht von der Arbeit abge­hal­ten. Viel­mehr bin ich in das Euro­gress hin­ein, wo gera­de ein inter­na­tio­na­les poli­ti­sches Jugend­tref­fen statt­ge­fun­den hat. Ich spre­che die Emp­fangs­da­me an, und wie sich raus­stellt ist sie im fünf­ten Semes­ter im Foto­gra­fie­stu­di­um. Wer hät­te das gedacht?

Damit aber nicht genug, denn nach­dem ich mich von ihr nach einem inter­es­san­ten Gespräch wie­der ver­ab­schie­det hat­te, sah ich vier Frau­en drau­ßen auf einem der Spring­brun­nen ein pri­va­tes Mode­s­hoo­ting vor­zu­be­rei­ten. Wie­der ein Foto­gra­fen-Team aus Aachen, die mir nicht nur über ihre Arbeit son­dern auch davon erzäh­len, dass sie sich nicht ein­mal einen Inter­net­auf­tritt haben — das Geschäft aber trotz­dem sehr gut läuft. Sehr inter­es­sant. Viel­leicht ste­hen mei­ne Chan­cen ja doch gar nicht so schlecht hier in Aachen.

Auf jeden Fall gibt hier vie­le inter­es­san­te Foto­gra­fen und Loca­ti­ons!
Ich freue mich schon auf die kom­men­de Zeit in Aachen, wenn ich erst­mal kom­plett umge­zo­gen bin.

Chase Jarvis Photography

Cha­se Jar­vis ist ein jun­ger Foto­graf aus Seat­tle, der vor allem durch sei­ne Wer­be-Pro­duk­tio­nen und durch sei­nen, schon 2006 gestar­te­ten, Blog welt­be­kannt wur­de. Er hat für Mar­ken wie Red Bull, Nike, Vol­vo und Apple foto­gra­fiert, und ist selbst für Nikon ers­ter Ansprech­part­ner, wenn es um Pro­dukt­tests und per­sön­li­che Erfah­run­gen geht.

Inzwi­schen hat er meh­re­re Bücher ver­öf­fent­licht, und wid­met sich nun eher krea­ti­ven Foto- und Film­pro­jek­ten als der Wer­bung. Ich den­ke, dass gera­de sei­ne Offen­heit Din­ge aus­zu­pro­bie­ren, sei­ne Kom­bi­na­ti­on aus alt­be­währ­ter und neus­ter Tech­nik, ihn von Ande­ren unter­schei­det. Er schaut neben der klas­si­schen Foto­gra­fie stets nach links und rechts, schaut was es neu­es zu ent­de­cken und aus­zu­pro­bie­ren gibt.

In sei­nem Pro­jekt Songs for eating and drin­king läd er talen­tier­te Musi­ker zum Abend­essen ein. Die Atmo­sphä­re beim gemein­sa­men Essen und Sin­gen hält er dabei auf Film und Video fest.
In dem Vor­trag The con­se­quen­ces of crea­ti­vi­ty erklärt er was er tut und wie er vor­geht. Dabei geht er auch auf unkon­ven­tio­nel­le Metho­den für Foto­gra­fen ein, bei­spiels­wei­se die iPho­ne-Foto­gra­fie.

Da er auf höchs­tem Level arbei­tet, spielt Geld kei­ne Rol­le, und auch sei­ne Pro­dukt­tests sind mei­ner Mei­nung sel­ten pra­xis­nah. Dahin­ter steht ein Team von pro­fes­sio­nel­len Foto- und Fil­mo­gra­phen. Genau­so sind alle sei­ne Pro­duk­tio­nen pro­fes­sio­nell und ver­tu­schen damit oft die Rea­li­tät für nor­ma­le Anwen­der. Trotz­dem ist es immer wie­der erstaun­lich und inter­es­sant was er zustan­de bringt. Ich kann noch viel von ihm ler­nen.

Eins der größ­ten Vor­bil­der für mich heißt Cha­se Jar­vis.