Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?

Da ich immer wie­der Men­schen tref­fe, die mir nicht glau­ben, hier eine plau­si­ble Erklä­rung von Oli­ver Tim­mer­mann:

Grund­le­gend gilt es, erst ein­mal die kor­rek­te Bezeich­nung zu bestim­men. Man trifft in aller Regel auf zwei Begrif­fe, die das glei­che bezeich­nen sol­len, aber nur einer von ihnen ist kor­rekt. Zum einen ist es die “Schärf­en­tie­fe” und zum ande­ren die “Tie­fen­schär­fe”. Da es um die Tie­fen­aus­deh­nung der Schär­fe geht, ist “Schärf­en­tie­fe” der rich­ti­ge Aus­druck. Die Eigen­schaft wird als zwei­tes genannt — wenn es um die Dicke einer Wurst­schei­be geht, nennt man dies ja auch Schei­ben­di­cke und nicht Dicken­schei­be. Es han­delt sich um die Tie­fe des scharf erschei­nen­den Rau­mes, also um die Tie­fe der Schär­fe. Nach den Regeln der deut­schen Wort­bil­dung ist dabei “Tie­fe” das Grund­wort, “Schär­fe” das Bestim­mungs­wort. Wenn man dar­aus nun ein Wort bil­det, muss es dem­nach hei­ßen: “Schärf­en­tie­fe” und nicht “Tie­fen­schär­fe”. Im angel­säch­si­schen Sprach­raum nennt man es im Übri­gen “depth of field”, oft mit DOF abge­kürzt.

Was Schärf­en­tie­fe per Defi­ni­ti­on ist, wie man sie beein­flus­sen kann, Tipps zur Bild­ge­stal­tung, die genaue Berech­nung und wei­te­re Bei­spiel­auf­nah­men kann man sich her­vor­ra­gend auf sei­ner Foto-Sei­te “tim​mer​mann​.tv” anschau­en.

Lie­be Grü­ße von mir an Olli.

Was ist Fotografie?

Der Begriff Foto­gra­fie, ehe­mals “Pho­to­gra­phie”, kommt ursprüng­li­ch aus dem alt­grie­chi­schen und bedeu­tet “mit Licht malen” (von “pho­tos”, Licht und “graphein”, zeich­nen oder malen).

Für mich geht die Foto­gra­fie über die all­ge­mei­ne Vor­stel­lung vom “Bil­der machen” hin­aus. So gehö­ren neben unbe­weg­ten Fotos genauso beweg­te Fil­me dazu, die im Grun­de ja auch nur vie­le Fotos sind. Trotz­dem gibt es grund­le­gen­de Unter­schie­de zwi­schen bei­den.

Beweg­te Auf­nah­men erzäh­len zumeist eine kon­kre­te Geschich­te in der man als unbe­merk­ter Zuschau­er teil­nimmt. Fotos hin­ge­gen frie­ren einen Moment ein, sodass Details wich­ti­ger wer­den.

Anders als beim Film, wird der Betrach­ter nicht durch das Wei­ter­den­ken einer Geschich­te krea­tiv. Ein Foto lässt mehr Frei­raum, es lässt den Betrach­ter selbst eine Geschich­te schrei­ben. Das ist der ein­zig­ar­ti­ge Cha­rak­ter von unbe­weg­ten Bil­dern!