Portrait Pointillismus aus 3.2 Millionen Punkten

The Making of “Hero” from Miguel Enda­ra on Vimeo.

Im Video zeigt Miguel Enda­ra wie er ein Por­trait sei­nes Vaters aus 3.2 Mil­lio­nen Punk­ten erschafft. Eine Freun­din hat mir ver­ra­ten, dass sich die­ser Stil Poin­til­lis­mus nennt. Im Grun­de tut er das, was ein Tin­ten-Dru­cker auch tut, nur in Hand­ar­beit und natur­ge­mäß um eini­ges grö­ber. Als Vor­la­ge für das Bild sieht es aus, als hät­te er das Gesicht sei­nes Vaters auf einem gro­ßen Flach­brett-Scan­ner gescannt, anschlie­ßend die Kon­tu­ren mit einem Blei­stift auf das Papier über­tra­gen und das Gan­ze mit Punk­ten gefüllt. Aus den Video­kom­men­ta­ren konn­te ich erfah­ren, dass er für alle Punk­te nur einen ein­zi­gen Stift benö­tigt hat. Die 210 Arbeits­stun­den hat er auf ein Jahr ver­teilt. Also unge­fähr jeden Werk­tag eine Stunde.

Foto­tech­nisch betrach­tet, beein­druckt mich die spe­zi­el­le Kom­bi­na­ti­on aus foto­gra­fi­scher und male­ri­scher Tech­ni­ken. Das Motiv ist eben­so gut gewählt, denn es weckt Erin­ne­run­gen an den humor­vol­len Cha­rac­ter sei­nes Vaters. Für mich macht gera­de der unge­wöhn­li­che, etwas zer­knautsch­te aber kon­trast­rei­che Look das Bild zu etwas ganz Beson­de­rem. Wenn ich den Arbeits­auf­wand nach­voll­zie­he, so kommt mir das Bild fast unbe­zahl­bar vor.

Abge­se­hen von dem Bild selbst, ist es für mich genau­so beein­dru­ckend, wie gekonnt er den gan­zen Pro­zess vom ers­ten Strich bis zum fer­ti­gen Bild in Sze­ne gesetzt hat. Dabei benutzt er ein­fachs­tes Equip­ment: Eine Canon T1i mit einer 18–55mm Kit-Optik. Die gekonn­te Nach­be­ar­bei­tung in After Effects, die Far­ben, der Schnitt. Der Mann weiß was er tut.

Da ich mehr von ihm wis­sen woll­te habe ich ein wenig auf sei­nen sozia­len Pro­fi­len gestö­bert und her­aus­ge­fun­den dass er eigent­lich im Bereich Wer­bung und Mar­ke­ting tätig ist — damals als Art Direc­tor und heu­te als Web Desi­gner. Eins sei­ner gro­ßen Vor­bil­der für sei­ne Bil­der ist Chuck Clo­se, der auch bekannt für sei­ne Bil­der im Poin­til­lis­mus ist.

Auf sei­ner Sei­te zeigt Miguel noch wei­te­re Vide­os und Bil­der, die er mit ein­fachs­ter Aus­stat­tung gemacht hat. Unter ande­rem ein Urlaubs­vi­deo, dass er nur mit dem iPho­ne gedreht hat. Er zeigt, dass es kein pro­fes­sio­nel­les Equip­ment braucht um wun­der­vol­le Bil­der und Vide­os zu erschaffen.