Das Amazon Kindle E Ink Display

Kindle vs Buch

Da ich viel Zeit des Tages am Com­pu­ter ver­brin­ge, war für mich das wich­tigs­te Kauf­ar­gu­ment am Kind­le das E Ink Dis­play. Die vie­len Stun­den Bild­schirm­ar­beit, machen mei­ne Augen müde. Stun­den­lan­ges lesen am Bild­schirm – Fehl­an­zei­ge. Da ist ein E Ink Dis­play die Lösung, da es weder selbst leuch­tet noch eine Hin­ter­grund­be­leuch­tung besitzt. So wird das Lesen von lan­gen Tex­ten wesent­lich ent­spann­ter als am Bild­schirm.

Da der Kind­le 4 mein ers­ter Kind­le ist, kann ich das Dis­play nicht zu sei­nen Vor­gän­gern ver­glei­chen. Aller­dings möch­te ich das Dis­play zum her­kömm­lich gedruck­ten Buch ver­glei­chen und das Dis­play an sich beur­tei­len.

Displayauflösung und Schriftoptimierung

Zuerst ein­mal fällt mir als iPho­ne und iPad Besit­zer auf, dass es kein Reti­na-Dis­play ist. Obwohl die Schrift auf die Dar­stel­lung auf dem Kind­le-Dis­play opti­miert sein soll­te, fal­len mir har­te Kan­ten und etwas eckig anmu­ten­de Buch­sta­ben in der kleins­ten Schrift­grö­ße deut­lich auf. Bei der Stan­dard-Schrift­grö­ße, die zwei Schrit­te grö­ßer ist, fällt das schon weni­ger auf, ist aber noch zu erken­nen. Alle grö­ße­ren Schrift­schnit­te sind zwar toll für Rent­ner, aber Viel­le­ser mit guten Augen viel zu groß. Um zwei bis vier sinn­vol­le Fixa­tio­nen hin­zu­be­kom­men, bewegt man sich zwangs­wei­se in den unte­ren drei Schrift­grö­ßen. Außer­dem fal­len mir immer und immer wie­der die rund gestal­te­ten Menü­ele­men­te auf. War­um zur Höl­le macht man die nicht eckig umran­det, unter­stri­chen oder lässt Sie völ­lig ohne Umran­dung ste­hen? Die auf Gedeih und Ver­der­ben abge­run­de­ten Ele­men­te fin­det man lei­der über­all; und damit auch die in mei­nen Augen weh­tu­en­den Stu­fen an den Enden. Soet­was kann nur auf hoch­auf­lö­sen­den Bild­schir­men gut aus­se­hen, aber nicht hier, auf dem Kind­le.

Regelmäßiges Invertieren vs. Ghosting

Offen­bar muss sich aus tech­ni­schen Grün­den das Dis­play beim Wech­seln des Inhalts ein­mal kom­plett inver­tie­ren (also das was vor­her schwarz war weiß dar­stel­len) um anschie­ßend die neue Sei­te ganz ohne “Ghos­ting” dar­zu­stel­len. Mit “Ghos­ting” mei­ne ich schwa­che Buch­sta­ben­um­ris­se, die bei genau­em hin­se­hen aber defi­ni­tiv erkenn­bar sind. Auch wenn es etwas anders aus­sieht als Buch­sta­ben auf der ande­ren Sei­te einer Papier­buch-Sei­te, ist es doch ver­gleich­bar. Der aktu­el­le Kind­le hat eine Funk­ti­on, bei der sich das Dis­play nur ein­mal alle paar Sei­ten inver­tiert. Für Per­fek­tio­nis­ten wie mich ist das aber lei­der kei­ne zufrie­den stel­len­de Opti­on.

Spiegelung der Lichtquelle

Die feh­len­de Hin­ter­grund­be­leuch­tung hat lei­der nicht nur den Vor­tei­le. Denn so benö­tigt man zwangs­wei­se eine ande­re, exter­ne Licht­quel­le. Das sorgt zwar für eine augen­scho­nen­de und gleich­mä­ßi­ge Aus­leuch­tung des Kind­les und der Umge­bung, aller­dings ist nicht jede Licht­quel­le geeig­net. An einem bewölk­ten Tag hat man sicher kei­ne Pro­ble­me, aber wenn man Abends im Bett direkt unter der Nacht­tisch­lam­pe ließt, spie­gelt das Kin­de-Dis­play. Zwar pas­siert das nur wenn der Kind­le genau in der Win­kel­hal­bie­ren­den von Gesicht und Licht­quel­le liegt, doch ist das bei mir irgend­wie stän­dig der fall gewe­sen. Obwohl das Dis­play matt ist, kann man dann an der Spie­geln­den Stel­le beim bes­ten Wil­len kei­nen Text mehr erken­nen. So war ich öfter bemüht die rich­ti­ge Lese­po­si­ti­on zu fin­den bzw. den Kin­de so steil zu hal­ten, dass das Licht nicht direkt in mein Gesicht reflek­tiert. Im Bild sieht man genau die­sen Effekt im Ver­gleich zu einer Papier­sei­te. Das Ergeb­nis ist offen­sicht­lich: Ein Buch spie­gelt nicht, ein Kind­le spie­gelt – unter Umstän­den sehr stö­rend.

Haptik und Staub

Kindle Seite vs Buch Seite gedruckt

Das Hand­ling vom E Ink Dis­play hängt natür­lich grund­le­gend von der Bau­wei­se des Kind­les ab. Jedoch hat das Dis­play selbst eine glat­te mat­te Beschich­tung, auf der man recht schnell klei­ne hel­le Staub­körn­chen sieht. Im Ver­gleich zum Buch sieht man auf dem Kind­le schnel­ler Staub­körn­chen, da das Dis­play im Ver­gleich zum Buch den Inhalt sehr ein­heit­lich dar­stellt. Im Buch macht das oft raue Papier eine so gleich­mä­ßi­ge Dar­stel­lung unmög­lich, wes­halb klei­ne Feh­ler weni­ger auf­fal­len. Auf ähn­lich beschich­te­ten mat­ten Foto­pa­pier wür­de man den Staub ver­mut­lich genau­so schnell erken­nen. Glück­li­cher­wei­se sind Fin­ger­ab­drü­cke längst nicht so stark sicht­bar wie auf dem iPad, des­sen Bild­schirm unter einer kla­ren Glas­schei­be liegt. Der Kind­le fühlt sich als Gerät durch­aus wer­tig und sta­bil an, wobei Papier natür­lich eine ganz eige­ne Beschaf­fen­heit besitzt die das Lesen mit prä­gen kann. So etwas ist natür­lich Geschmacks- und Gewöh­nungs­sa­che. Ich als Mensch der von Druck­schwär­ze (Toner) nie­sen muss, zieht sich mit dem Kind­le ele­gant aus der Affä­re ;)

Fazit

Das E Ink Dis­play des Kind­les ist eine fei­ne Sache: Man muss sich wegen des gerin­gen Strom­ver­brauchs kei­ne Gedan­ken mehr um die Ener­gie­ver­sor­gung machen – der Akku hält ewig. Des­halb ist kein gro­ßer und vor allem schwe­rer Ener­gie­spei­cher nötig: Das Gerät ist leicht, klein und wird nicht heiß. Da der Bild­schirm nicht leuch­tet, ist ein lan­ges ange­neh­mes Lesen mög­lich.

Aller­dings sind mit einem E Ink Dis­play auch nicht alle Pro­ble­me des Lesens aus der Welt: Es müs­sen eini­ge tech­ni­sche Kom­pro­mis­se ein­ge­gan­gen wer­den, da bes­se­re Lösun­gen noch nicht vor­han­den sind oder wesent­lich teu­rer wären. Die Auf­lö­sung hat Ama­zon im Kind­le paper­white schon etwas erhöht. Der Grund für die gerin­ge Auf­lö­sung des nor­ma­len Kind­les liegt am Preis für ein hoch­auf­lö­sen­des Dis­play. Der sehr nied­ri­ge Preis von 79€ dürf­te mit einem “Reti­na-Dis­play” nicht zu hal­ten sein. Das beschrie­be­ne Ghos­ting stört beim Umblät­tern min­des­tens genau­so wie das regel­mä­ßi­ge Inver­tie­ren um gera­de das Ghos­ting zu ver­mei­den. Zu guter letzt die Pro­ble­me mit der Ober­flä­che: Spie­ge­lun­gen und klei­ne Staub­körn­chen.

Ich den­ke, dass durch den tech­ni­schen Fort­schritt die genann­ten Pro­ble­me immer klei­ner und der damit Kind­le ein immer bes­se­res Lese­ge­rät wird. Ob die Pro­ble­me mit der E Ink Tech­nik voll­stän­dig zu lösen sind, oder eine ande­re Dar­stel­lungs­me­tho­de sich irgend­wann als noch bes­ser her­aus­stellt, ist span­nen­de Zukunft.

Portrait Pointillismus aus 3.2 Millionen Punkten

The Making of “Hero” from Miguel Enda­ra on Vimeo.

Im Video zeigt Miguel Enda­ra wie er ein Por­trait sei­nes Vaters aus 3.2 Mil­lio­nen Punk­ten erschafft. Eine Freun­din hat mir ver­ra­ten, dass sich die­ser Stil Poin­til­lis­mus nennt. Im Grun­de tut er das, was ein Tin­ten-Dru­cker auch tut, nur in Hand­ar­beit und natur­ge­mäß um eini­ges grö­ber. Als Vor­la­ge für das Bild sieht es aus, als hät­te er das Gesicht sei­nes Vaters auf einem gro­ßen Flach­brett-Scan­ner gescannt, anschlie­ßend die Kon­tu­ren mit einem Blei­stift auf das Papier über­tra­gen und das Gan­ze mit Punk­ten gefüllt. Aus den Video­kom­men­ta­ren konn­te ich erfah­ren, dass er für alle Punk­te nur einen ein­zi­gen Stift benö­tigt hat. Die 210 Arbeits­stun­den hat er auf ein Jahr ver­teilt. Also unge­fähr jeden Werk­tag eine Stun­de.

Foto­tech­nisch betrach­tet, beein­druckt mich die spe­zi­el­le Kom­bi­na­ti­on aus foto­gra­fi­scher und male­ri­scher Tech­ni­ken. Das Motiv ist eben­so gut gewählt, denn es weckt Erin­ne­run­gen an den humor­vol­len Cha­rac­ter sei­nes Vaters. Für mich macht gera­de der unge­wöhn­li­che, etwas zer­knautsch­te aber kon­trast­rei­che Look das Bild zu etwas ganz Beson­de­rem. Wenn ich den Arbeits­auf­wand nach­voll­zie­he, so kommt mir das Bild fast unbe­zahl­bar vor.

Abge­se­hen von dem Bild selbst, ist es für mich genau­so beein­dru­ckend, wie gekonnt er den gan­zen Pro­zess vom ers­ten Strich bis zum fer­ti­gen Bild in Sze­ne gesetzt hat. Dabei benutzt er ein­fachs­tes Equip­ment: Eine Canon T1i mit einer 18–55mm Kit-Optik. Die gekonn­te Nach­be­ar­bei­tung in After Effects, die Far­ben, der Schnitt. Der Mann weiß was er tut.

Da ich mehr von ihm wis­sen woll­te habe ich ein wenig auf sei­nen sozia­len Pro­fi­len gestö­bert und her­aus­ge­fun­den dass er eigent­lich im Bereich Wer­bung und Mar­ke­ting tätig ist — damals als Art Direc­tor und heu­te als Web Desi­gner. Eins sei­ner gro­ßen Vor­bil­der für sei­ne Bil­der ist Chuck Clo­se, der auch bekannt für sei­ne Bil­der im Poin­til­lis­mus ist.

Auf sei­ner Sei­te zeigt Miguel noch wei­te­re Vide­os und Bil­der, die er mit ein­fachs­ter Aus­stat­tung gemacht hat. Unter ande­rem ein Urlaubs­vi­deo, dass er nur mit dem iPho­ne gedreht hat. Er zeigt, dass es kein pro­fes­sio­nel­les Equip­ment braucht um wun­der­vol­le Bil­der und Vide­os zu erschaf­fen.

Gelungenes Icon-Kabarett

Gra­fik-Desi­gner Vik­tor Hertz nimmt Fir­men, Fil­me und heik­le The­men auf die Schip­pe, und zwar auf krea­ti­ve Art ohne dabei niveau­los zu sein. Er macht gelun­ge­nes Icon-Kaba­rett. Hier eine Aus­wahl der Serie “Honest Icons”:
Alle Ori­gi­nal­bil­der kann man unter cc-Lizenz in sei­nem Flickr-Album her­un­ter­la­den.

Aber das ist längst nicht alles, was Vik­tor zu bie­ten hat. Zum Bei­spiel zer­legt er hier den ehe­ma­li­gen Wer­be­spruch “Think Dif­fe­rent” von Apple und gestal­tet eine Men­ge “anders gedach­ter” Icons. Dabei spielt das Apple-Logo sowie der Ein­zei­ler dar­un­ter immer gut zusam­men, und oft ist mani­pu­lier­tes Logo und Schrift nur gemein­sam rich­tig zu ver­ste­hen.

In einer ande­ren Gale­ri­en zeigt er eben­so geschickt gestal­te­te Wer­be­pla­ka­te und Film­pos­ter. Auf sei­nem Port­fo­lio gibt es jede Men­ge Logo-Spie­le­rei­en die einen Blick alle­mal wert sind.

Kostenlose Icons fürs Web

Inzwi­schen gibt es eine Rei­he anstän­di­ger Icon­de­si­gner die Ihre Arbeit (für den pri­va­ten Gebrauch) frei zur Ver­fü­gung stel­len. Am bes­ten soll­ten die Icons in eige­ne Icon­fonts ein­ge­bet­tet sein, da die­se aus frei ska­lier­ba­ren Vek­tor­gra­fi­ken bestehen und rela­tiv fle­xi­bel posi­tio­niert wer­den kön­nen. Da jeder Desi­gner das eige­ne Mate­ri­al auf einer eige­nen Sei­te zur Ver­fü­gung stellt, muss man erst­mal Suchen. Des­halb sind Icon-Such­ma­schi­nen ent­stan­den. Ich muss aber ehr­lich sein: Davon hat mich noch kei­ne so rich­tig über­zeugt. Ent­we­der die Aus­wahl war zu gering oder die Qua­li­tät zu schlecht.

Viel bes­se­re Erfah­run­gen habe ich mit Sei­ten gemacht, die hand­ver­le­se­ne Icon­fonts gesam­melt zur Ver­fü­gung stel­len. Allen vor­an ist das Open­Sour­ce Pro­jekt welovei​con​fonts​.com. Dort kann man sich ganz ein­fach ein Paket mit den gewünsch­ten Icon­fonts schnü­ren, ein­fach in die eige­ne Web­site ein­bin­den oder her­un­ter­la­den. Mit dabei sind bei­na­he schon Klas­si­ker wie Font Awe­so­me oder ent­y­po, aber auch unbe­kann­te­re, den­noch erst­klas­si­ge Mini­fonts zu ver­schie­de­nen The­men. Da ich per­sön­lich schon kur­ze Down­ti­mes von welovei­con­fonts erlebt habe, rate ich zum direk­ten Down­load und sel­ber hos­ten.

Soll­te man unter den Icons nichts fin­den, gibt es auch ein paar ganz anstän­di­ge Icon­font-Gene­ra­to­ren, die Joshua auf — sei­ner neben­bei sehr emp­feh­lens­wer­ten Web­de­sign Sei­te — designs​hack​.net über­sicht­lich ver­gli­chen hat.