Horrorscenario: Datenverlust

Wer noch nie wich­ti­ge Daten ver­lo­ren hat, darf sich zu den weni­gen Glück­li­chen zäh­len. Mir ist es heu­te passiert!

Ich habe eine Siche­rung mei­ner Sys­tem­par­ti­ti­on (C:/) ein­ge­spielt, um mich den vie­len abge­lau­fe­nen Demo-Ver­sio­nen zu ent­le­di­gen und damit mein Win­dows­sys­tem auf­zu­räu­men. Beim Wie­der­her­stel­len der Sys­tem­par­ti­ti­on durch ein Par­ti­ti­ons­ab­bild wird die Sys­tem­par­ti­ti­on unwie­der­her­stell­bar über­schrie­ben. Also wird alles ent­fernt, das nach der Siche­rung hin­zu gekom­men ist. Des­halb habe ich bis­her Pro­gram­me und Daten auf ande­re Par­ti­tio­nen aus­ge­la­gert. So muss­te ich nach einer Sys­tem­wie­der­her­stel­lung neu hin­zu­ge­kom­me­ne Pro­gram­me nicht erneut instal­lie­ren und die, meist noch zeit­in­ten­si­ve­ren, Pro­gramm­ein­stel­lun­gen erneut vornehmen. 

Lei­der schrei­ben auch die aus­ge­la­ger­ten Pro­gram­me, die nicht für den por­ta­blen Ein­satz opti­miert sind, Datei­en in die Sys­tem­par­ti­ti­on, bei­spiels­wei­se in die Regis­try. Sind die­se Datei­en nicht mehr vor­han­den, funk­tio­nie­ren Pro­gram­me meist nur noch feh­ler­haft oder gar nicht mehr. Die­se Tat­sa­che macht das Aus­la­gern der Pro­gram­me prak­tisch sinn­los, sodass ich damit im letz­ten Jahr auf­ge­hört habe, und nun Pro­gram­me wie­der stan­dard­mä­ßig auf C:/ installiere.

Klar hat das Aus­la­gern der Pro­gram­me auch ande­re Vor­tei­le, wie die effi­zi­en­te­re Recour­cen­nut­zung (Pro­gram­me und Sys­tem auf ver­schie­de­nen Spei­cher­me­di­en), die zu einer höhe­ren Leis­tung füh­ren soll. In der Pra­xis ist der Leis­tungs­schub aber nicht zu spü­ren, da Sys­tem und Pro­gram­me ohne­hin nur sehr sel­ten gleich­zei­tig auf die vol­le Band­brei­te eines Spei­cher­me­di­ums zugrei­fen “wol­len”. Der größ­te Vor­teil am Aus­la­gern der eigens instal­lier­ten Pro­gram­me ist für mich die Über­sicht­lich­keit. Man kann eige­ne Pro­gramm­ord­ner anle­gen und es ent­steht nicht die­ser Win­dows-Ord­ner-Salat, wo Her­stel­ler, Win­dows­diens­te, vor­in­stal­lier­te Tools und Pro­gram­me im Pro­gramm­ord­ner gemischt wer­den. Das macht Apple besser!

Wie auch immer, ich habe alle instal­lier­ten Pro­gram­me wie­der auf der Sys­tem­par­ti­ti­on. So expor­tie­re ich mög­lichst alle Pro­gramm­ein­stel­lun­gen und Lese­zei­chen bevor ich die Sys­tem­par­ti­ti­on mit der Siche­rung über­schrei­be. An sich kein Pro­blem, man darf nur nichts ver­ges­sen! Genau das ist mir passiert.

Nor­ma­ler­wei­se spei­chert Ligh­troom mei­ne Bil­der beim Import auf eine eige­ne Bil­der­par­ti­ti­on. War­um auch immer, ist das seit Mai nicht mehr gesche­hen und, ohne dass es mir auf­ge­fal­len ist, wur­den die Bil­der in den Win­dows-Bil­der­ord­ner auf C:/ impor­tiert. Somit sind nun ca. 350 Bil­der von Schloss Nym­phen­burg, der Mün­che­ner Innen­stadt und dem Deut­schen Muse­um gelöscht.

Dabei ist mir die Idee gekom­men die Daten von mei­ner Foto­spei­cher­kar­te erneut ein­zu­le­sen. Dum­mer­wei­se for­ma­tie­re ich die Kar­te nach­dem alles in Ligh­troom impor­tiert wur­de. So sind schnell alle Bil­der von der Spei­cher­kar­te ent­fernt — schnel­ler als übers Menü.

Zum Glück waren die Bil­der auf der Spei­cher­kar­te wie­der­her­stell­bar, obwohl ich die­se mit mei­ner D90 for­ma­tiert hat­te. Also ist das For­ma­tie­ren der Spei­cher­kar­te über die For­ma­tie­rungs­funk­ti­on der Kame­ra kein “ech­tes For­ma­tie­ren” — ein sehr will­kom­me­ner Zufall. Die wie­der­her­ge­stell­ten Bil­der haben zwar ihren ursprüng­li­chen Namen ver­lo­ren, sodass Ligh­troom die­se nicht als schon bear­bei­te­te erkannt hat. So konn­te ich alle Fotos aus dem Deut­schen Muse­um ret­ten, muss­te aber alle erneut bear­bei­ten. Egal, haupt­sa­che die Bil­der sind wie­der da.

Für die Wie­der­her­stel­lung habe ich Recu­va von Piri­form genutzt. All­ge­mein man­cht Piri­form gute, nütz­li­che Win­dows-Tools: Der all­seits bekann­te CClea­ner, das Defrag­me­nie­rungs­tool Defragg­ler und Spec­cy zum Aus­le­sen der Sys­tem­mess­wer­te. Alle in 32 oder 64 Bit als nor­ma­le oder por­ta­ble Version.

Fazit der Akti­on: Fast alle Bil­der des Monats Mai verloren.
Was ler­ne ich dar­aus: Ein auf­ge­räum­tes Sys­tem und struk­tu­rier­ter Work­flow sind nicht zu unter­schät­zen; aber vor allem: BACKUP! Auch wenn in die­sem Fall die Schuld bei mir lag, kann in einem ande­ren Fall auch die Fest­plat­te abrau­chen. Dann ist das Geschrei groß, man wünscht sich in ein soli­des Back­up­sys­tem inves­tiert zu haben, als immer gehofft zu haben, man wür­de ver­schont blei­ben. Man wird nicht verschont.

Ich wer­de mir nach mei­ner kom­men­den Ame­ri­ka­rei­se ein RAID-Sys­tem ein­rich­ten. Wenn die nächs­te Ver­si­on von Ligh­troom alle Daten noch effi­zi­ent ver­schlüs­seln wür­de, wäre das The­ma Daten­si­cher­heit zumin­dest für mei­ne Fotos durch!