Fotografieren mit Sweetspot: Lensbabys


Lens­ba­by ist der Name eines Her­stel­lers, der Wech­sel­ob­jek­ti­ve mit selek­ti­vem Schär­fe­be­reich vor ca. sie­ben Jah­ren erfun­den hat. Da die Fir­ma damals nur ein Objek­tiv ver­trie­ben hat, trägt die Objek­tiv­gat­tung den­sel­ben Namen. Fotos oder Vide­os, die mit einem Lens­ba­by auf­ge­nom­men sind, sind nur in einem bestimm­ten Bereich scharf, rund­her­um nimmt die Schär­fe bis zum Rand­be­reich auf sur­rea­le Wei­se immer wei­ter ab. Die­ser Schär­fe­be­reich bzw -punkt wird Sweets­pot genannt. Die Grö­ße des Sweets­pots kann durch Ver­än­dern der Blen­den­öff­nung, die Posi­ti­on des schar­fen Bild­be­reichs kann durch “ver­bie­gen” des Lens­ba­bys beein­flusst werden. 

Lens­ba­bys basie­ren auf der Idee von Tilt-und-Shift-Objek­ti­ven, womit das Lin­sen­sys­tem rela­tiv zum Bild­sen­sor geneigt oder ver­scho­ben wer­den kann. Tilt-und-Shift-Objek­ti­ve, so auch Lens­ba­bys, die­nen vor­ran­gig der krea­ti­ven Bildgestaltung.

Die Erfin­der Craig Strong und Sam Par­due hat­ten mit die­ser Erfin­dung solch einen Erfolg, dass nicht nur das ursprüng­li­che Lens­ba­by wei­ter­ent­wi­ckelt wur­de, son­dern auch eini­ge Pro­dukt­rei­hen hin­zu gekom­men sind. So wur­de das urspüng­li­che Lens­ba­by “Muse”, ein Plas­tik­ob­jek­tiv mit einer Lin­se, ver­gü­tet und mit wei­te­ren Linsen­ele­men­ten ver­se­hen. Die Pro­dukt­rei­he “Con­trol Freak” erwei­ter­te Muse durch die Mög­lich­keit den Bild­be­reich des Sweets­pots zu fixie­ren, die Pro­dukt­rei­he “Com­po­ser” ersetz­te den Bal­gen zum “bie­gen” durch ein Kugelgelenk. 

Vor einem Monat hat Lens­ba­by die “Com­po­ser Pro”-Reihe auf den Markt gebracht, wel­che sich durch höher­wer­ti­ge­re Mate­ria­li­en und tech­ni­sche Fein­hei­ten von der Com­po­ser-Rei­he unter­schei­det. So sind Tubus, Dreh­ge­lenk und Fokus­me­cha­nik aus Metall und somit robus­ter und leich­ter zu bedie­nen. Neu ist auch die ein­ge­bau­te Blen­de, die nicht mehr manu­ell durch ein­set­zen eines Metall­plätt­chens geän­dert wer­den muss. Das hat vie­le prak­ti­sche Vor­tei­le: Das glei­che Motiv kann ohne Pro­ble­me mit ver­schie­de­nen Blen­den­öff­nun­gen auf­ge­nom­men wer­den, die Optik kann nicht mehr so leicht mit den Fin­gern ver­schmutzt werden.

Wie alle Lens­ba­bys ist auch die Com­po­ser Pro-Rei­he mit dem Lens­ba­by Optic Swap Sys­tem kom­pa­ti­bel, womit der “Lens­ba­by-Effekt” noch durch Fishe­ye, Pin­ho­le etc. ver­fei­nert wer­den kann. Lens­ba­by ist kom­pa­ti­bel zu allen nam­haf­ten SLR-Kame­ra­her­stel­lern. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­det man auf der Her­stel­ler­sei­te oder auf der, wie ich fin­de, sehr lesens­wer­te Sei­te dpre​view​.com, die auch in der focus­aper­tu­re-Side­bar ver­linkt ist. Auch auf dpre​view​.com die aus­führ­li­che Rezen­si­on des neu­en Lens­ba­by Com­po­ser Pro.